Geschosse am Swimmingpool

Mar 06, 2026

Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie Iran auf der anderen Seite trifft nicht nur die Weltwirtschaft und die Verbraucher. Er zieht auch Länder in das Geschehen, die eben noch als Hort der Stabilität und Ruhe im Nahen Osten galten. Und insbesondere Europa sieht sich politisch und wirtschaftlich auf der Verliererseite, sagt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Samstag haben sich im Laufe der Woche erheblich auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte ausgewirkt. Die Drohnen- und Raketenangriffe des Iran, die darauf abzielen, einen größeren regionalen Krieg auszulösen, haben den Transport und auch die Produktion (im Fall von LNG in Katar) stark beeinträchtigt. Öl und Gas sind dadurch deutlich teurer geworden.

Somit erleben wir den Beginn eines Energieschocks, der der Situation zu Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine ähnelt – falls dieser neue Konflikt über einen längeren Zeitraum andauern sollte als sich Donald Trump erhofft hat.

Dieses Risiko ist nach wie vor sehr real, und zwar trotz aller anfänglichen Erfolge der USA und Israels, die einen Großteil der iranischen Führung ausgeschaltet, die Luftüberlegenheit gesichert und der iranischen Militärinfrastruktur schwere Verluste zugefügt haben.

So heißt es insbesondere, dass der Iran kürzlich über einen Vorrat von bis zu 75.000 Shahed-Drohnen verfügte, die mit schwer zu identifizierenden Lastwagen transportiert und dann gestartet werden können. Das könnte bedeuten, dass das neue Regime noch monatelang Angriffe starten könnte, sofern es nicht gestürzt oder zu Verhandlungen bewegt wird.

Da iranische Drohnen zudem nicht viel mehr als 10.000 US-Dollar pro Stück kosten, könnte die Ökonomie des Konflikts auf ihrer Seite sein, falls der Iran in der Lage ist, auf Zeit zu spielen. Abfangraketen sind sehr teuer, und diese Vorräte werden bald zur Neige gehen, wenn die US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte keine größeren militärischen Fortschritte im Iran erzielen.

Die Hoffnung bleibt, dass sich die iranische Zivilbevölkerung erhebt, aber dies scheint zum jetzigen Zeitpunkt eher Wunsch als Realität zu sein.

Die Angriffe kommen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Trumps Umfragewerte niedrig sind und weiter sinken. Dauerhaft höhere Ölpreise werden die US-Verbraucher schnell an der Tankstelle spüren.

Für viele Wählerinnen und Wähler in den USA sind bezahlbare Lebenshaltungskosten bereits jetzt das Thema Nummer eins. Angesichts der Zwischenwahlen im November dürfte in den USA schnell Druck aufgebaut werden, die Angriffe rasch zu beenden. Aus dieser Perspektive könnte erst die vollständige Zerstörung der Urananreicherungsanlagen im Iran als ausreichender Erfolg gewertet werden, bevor Trump sich zurückzieht.

Das iranische Regime wiederum scheint einem Ideal verpflichtet zu sein, dass Selbstmord besser ist als Kapitulation. Die Angriffe auf die Golfstaaten haben Angst und Panik in einem Teil der Welt ausgelöst, der sich selbst als eine Art Oase der Ruhe und Stabilität in der Region präsentiert hat. Die Schäden an Hotels und Flughäfen könnten den Tourismus für eine gewisse Zeit zum Erliegen bringen und sogar eine Flucht von Auswanderern auslösen.

Zusätzlich zu den Entwicklungen im Energiebereich könnte dadurch die Wirtschaft leiden. Möglicherweise hofft der Iran darauf, dass die Golfstaaten die US-Stützpunkte auf ihren Territorien schließen, da sie in diesem Krieg – den keiner von ihnen wollte – am meisten zu verlieren haben.

Europa, als großer Importeur von Gas und Öl, wird von der Krise ebenfalls überdurchschnittlich hart getroffen. Da die europäische Energiepolitik in den letzten zehn Jahren unter dem Einfluss der ESG-Lobby stand, importierte man diese Rohstoffe lieber aus dem Golf (und Russland) als sie näher am Heimatmarkt selbst zu fördern.

Das Auslagern von CO2-intensiver Produktion in Drittländer hat nun katastrophale Folgen für die innere Sicherheit und das Wachstum in Europa. Im Gegensatz dazu profitieren die USA sogar als Exporteur von Öl und Gas von den Angriffen des Irans auf Öl- und Gasanlagen.

Ironischerweise tragen also diejenigen, die sich gegen diesen Konflikt gestellt haben, höhere Kosten als die Verursacher selbst.

Die Renditen von Staatsanleihen sind letzte Woche gestiegen, weil der Markt aufgrund der gestiegenen Energiekosten mit einer höheren Inflation rechnet. Relativ gesehen waren die Bewegungen bei US-Staatsanleihen, Bundesanleihen und japanischen Staatsanleihen jedoch eher verhalten, was für einige Anleger eine Art „Pain Trade” darstellte, da ein Anstieg der Zinskurve 2026 als ausgemacht galt. Unterdessen weiten sich die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen als Reaktion auf das sich verändernde makroökonomische Umfeld aus. Die Bewegungen waren im Vergleich zu anderen bedeutenden Ereignissen in der Vergangenheit jedoch relativ gering. Das lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass US-Privatanleger weiterhin jede Kurskorrektur bei US-Aktien zum Kauf nutzten.

Der Dollar wertete auf, während der Euro und das Pfund fielen. Die Ereignisse der vergangenen Woche könnten dazu führen, dass Anlegerinnen und Anleger erneut über eine Allokation in US-Vermögenswerte nachdenken. Das könnte den Aufwärtstrend des Dollars unserer Meinung nach noch etwas weiter festigen.

Ausblick

Wir alle werden in den kommenden Tagen weiterhin die globalen Ereignisse verfolgen, da Themen rund um KI oder aktuelle Wirtschaftsdaten vorerst in den Hintergrund treten.

Wir haben den Eindruck, dass die Welt immer volatiler und gefährlicher wird, was die Notwendigkeit von Verteidigungsausgaben unterstreicht. Europa hinkt hinterher und wird auf der Weltbühne weiter an den Rand gedrängt.

Großbritannien hat sich noch nie so marginalisiert und irrelevant angefühlt wie heute. Die Tatsache, dass man dort nur über ein einziges Schiff verfügt, das Drohnen und Raketen abwehren kann, zeigt nur, dass aus vier Jahren Krieg in der Ukraine keine Lehren gezogen wurden. Und dass dieses Schiff im Hafen liegt und nicht einmal einsatzbereit ist, während seit Wochen eine massive Aufstockung der Ressourcen im Nahen Osten stattfindet, zeigt auch das Niveau des strategischen Denkens und der Planungsfähigkeit Großbritanniens.

Am letzten Wochenende in einem Hotel in Dubai zu übernachten, das von einer Drohne getroffen wurde, war ein surreales Erlebnis. Wir wurden zusammen mit anderen schockierten Gästen evakuiert – damit hatten die meisten von uns wohl nie gerechnet.

Als ich am Swimmingpool saß und Drohnen und Raketenabschüsse am Himmel beobachtete, dachte ich, dass es offenbar eine Weile dauern kann, bis man die Realität endlich begreift. Das gilt möglicherweise auch für Anleger und Anlegerinnen.

Derzeit gibt es viele verschiedene mögliche Szenarien, wie es weitergehen wird – von sehr harmlosen bis hin zu deutlich gravierenderen. Irgendwann wird die Entwicklung klarer werden. Aber im Moment scheint es angebracht, noch etwas abzuwarten...

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