Wie auf Eierschalen – der Irankrieg zwischen Rhetorik und Realität

Apr 02, 2026

Während die US-Regierung ein Ende des Krieges herbeizureden versucht und die iranische Führung dementiert, denken Anlegerinnen und Anleger darüber nach, ob der Zeitpunkt zum Nachkaufen schon gekommen ist.

Doch wenn die Frage der Straße von Hormus ungelöst bleibt, werden die Unsicherheiten anhalten, von Lieferkettenstörungen bis zur Inflation und möglichen Reaktionen der Zentralbanken, erwartet Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

In der kurzen Osterwoche bestimmen die Ereignisse im Nahen Osten weiterhin die Kursentwicklung.

Ähnlich wie Anfang letzter Woche haben Anleihen und Aktien aufgrund einer plötzlichen Stimmungswende stark zugelegt, da die Ansicht vorherrscht, die Trump-Regierung könne kurz vor einem Ausstieg aus dem US-Iran-Konflikt stehen. In seiner jüngsten Rede bot Trump jedoch nichts Neues hinsichtlich möglicher Fortschritte bei einer Einigung. Während die Rhetorik des US-Präsidenten (etwas inkohärent) auf ein relativ schnelles Ende der US-Beteiligung an dem Konflikt hindeutet, sieht die Lage vor Ort anders aus – die USA bauen ihre militärischen Kapazitäten in der Region weiter aus.

Der Iran bestreitet indes Fortschritte bei den Gesprächen und weist Trumps Äußerungen zurück. Anleger bleiben vor dem Hintergrund widersprüchlicher Signale im Ungewissen. Doch bei aller Unsicherheit sind zwei Punkte eindeutig:

  • Erstens möchte die US-Regierung ein schnelles Ende des Konflikts und der damit verbundenen Belastungen für die Weltwirtschaft erreichen und dabei möglichst einen einseitigen Sieg verkünden.
  • Zweitens bleibt die Straße von Hormus weitgehend gesperrt, während Raketen und Drohnen in der Region umherfliegen und Öl- und Gasanlagen beschädigen.

Solange der Ölhandel beeinträchtigt bleibt, wird jeder schnelle Ausweg anhaltende und ungewisse wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen haben.

Das wahrscheinlichste Ergebnis könnte deshalb eine Art chaotischer Kompromiss sein. Die USA ziehen sich aus dem Konflikt zurück, erklären einen Sieg hinsichtlich der Schwächung der militärischen und nuklearen Fähigkeiten des Iran, lassen jedoch die Situation in der Straße von Hormus ungelöst und nehmen chaotische Verhandlungen zwischen asiatischen und europäischen Ländern und dem Iran in Kauf, um den Schiffsverkehr wieder in Gang zu bringen.

Bei aller Unklarheit besteht der Anlegerreflex fort, bei Kursrückgängen zu kaufen, genau wie beim Liberation Day im April letztes Jahr. Doch eine einfache Kehrtwende wird schwierig sein, wenn die Öl- und Gaspreise auf hohem Niveau bleiben und die Lieferketten stören. Es bleibt also reichlich Spielraum, die Selbstzufriedenheit der Börsen in Frage zu stellen und sich an neue Realität anzupassen.

Die Zinsmärkte haben im Laufe der Woche die Phase der größten Panik hinsichtlich der Inflationsentwicklung und möglicher Reaktionen der Zentralbanken hinter sich gelassen.

Anleihen mit kurzen Laufzeiten haben sich stabilisiert, und es zeichnet sich möglicherweise ein Wechsel ab: weg von einem kurzsichtigen Fokus auf die Inflation und der Frage, um wie viel Basispunkte die Zentralbanken die Zinsen anheben müssen – hin zu Sorgen um einen Nachfragerückgang, die Auswirkungen auf Konsum, Wachstum und Arbeitsmärkte und damit der Frage, ob sogar eher Zinssenkungen gerechtfertigt sind. Das Ergebnis wäre eine Verschiebung, weg von einer abflachenden Zinskurve und hin zu einer Steilstellung.

In Japan wird sich die Entwicklung des Ölpreises, wie auch in anderen Volkswirtschaften, negativ auf die Inflation und das Wachstum auswirken. Die Daten dieser Woche fielen indes gemischt aus: Der Tokyo Consumer Price Index – der als Signal für die Inflationsentwicklung in ganz Japan gilt – blieb deutlich unter 2 %, während der Tankan Survey, ein Barometer für das Geschäftsklima in Japan, von weiter steigenden Preisen ausgeht. Da der Yen zudem nahe bei 160 gegenüber dem US-Dollar notiert, preisen die Märkte derzeit eine 50:50-Chance für eine Zinserhöhung der Bank of Japan im April ein.

Bekanntermaßen ist die Premierministerin Sanae Takaichi sehr darauf bedacht, Wachstum zu erzielen. Daraus ließe sich das Argument ableiten, dass sie daran interessiert ist, eine Normalisierung des Zinsumfeldes durch die japanische Notenbank hinauszuzögern. Eine zurückhaltendere BoJ könnte jedoch Befürchtungen hinsichtlich einer länger anhaltenden Überschreitung des Inflationsziels schüren – und das belastet die Zinsstrukturkurve. Wir bleiben jedoch optimistisch, dass sich das Verhältnis der zehn- und dreißigjährigen japanischen Staatsanleihen mittelfristig weiter abflachen kann.

Ausblick

Sobald Klarheit darüber herrscht, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickeln, wird sich auch die makroökonomische Ungewissheit lichten. Derzeit positionieren wir uns eher neutral und können daher leichter eine bestimmte Haltung einnehmen, sobald sich die Lage beruhigt hat.

Aus fundamentaler Sicht wirken sich die höheren Öl- und Gaspreise bereits jetzt weltweit auf die Volkswirtschaften aus. Politische Entscheidungsträger korrigieren die Inflationsprognosen nach oben und die Wachstumsprognosen nach unten.

Angesichts einer Flut von Widersprüchen ist es derzeit nicht so einfach, echte Signale von Störgeräuschen zu unterscheiden, so wie man es normalerweise erwarten würde. Die Märkte haben dadurch das Gefühl, sich auf Messers Schneide zu bewegen.

Folglich scheint es für Anleger vorerst angebracht, sich vorsichtig zu bewegen und sprichwörtlich auf Eierschalen zu laufen. Apropos Eier: Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe (und hoffentlich friedliche) Ostern.

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