Sie schaffen sich all ihre Probleme selbst

Nov 21, 2025

Die US-Wirtschaft entwickelt sich prächtig und hat gute Aussichten, Europa auch im nächsten Jahr hinter sich zu lassen. Was zurzeit in Japan und Großbritannien passiert, legt jedoch die Stirn von Anlegerinnen und Anlegern weltweit in tiefe Sorgenfalten. Während die Inflation im Land der aufgehenden Sonne von der neuen Premierministerin noch angeheizt wird, stellt sich die britische Finanzministerin selbst ein Bein nach dem anderen. Diese Probleme sind hausgemacht, warnt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Die anhaltende Volatilität der Technologieaktien war in der vergangenen Woche rund um den Globus das dominierende Markthema. Trotz starker Gewinne von Nvidia herrschte eine pessimistische Stimmung, die sich weiter zu verstärken droht. Für US-Anleihen ist das Protokoll der letzten Fed-Sitzung wichtig. Darin werden die Aussichten auf eine Zinssenkung im Dezember heruntergeschraubt, was durch einen nicht sehr aussagekräftigen Arbeitsmarktbericht für September untermauert wird.

Wir gehen jedoch davon aus, dass es noch zu einer weiteren Zinssenkung kommen könnte, bevor die Politik eine Pause einlegt. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnen wir für 2026 aufgrund der relativ optimistischen Wirtschaftsaussichten in den USA nicht mit weiteren Zinssenkungen.

Die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen trugen diese Woche dazu bei, die Befürchtungen hinsichtlich einer Schwäche des US-Arbeitsmarktes zu entschärfen. Wir rechnen zwar in den kommenden Monaten mit einem geringeren Beschäftigungswachstum. Da in den USA jedoch zunehmend weniger Ausländer leben, halten wir es für unwahrscheinlich, dass diese Schwäche zu einem wesentlichen Anstieg der Arbeitslosenquote führen wird.

Angesichts des bereits soliden BIP-Wachstums in den USA legen die zusätzlichen Impulse durch Zinssenkungen, Steuersenkungen und Deregulierung eine Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit in der Zukunft nahe. Da die Unternehmen Pläne angekündigt haben, im Laufe des kommenden Jahres 300 Milliarden US-Dollar in KI-bezogene Projekte in den USA zu investieren, würde uns ein reales BIP-Wachstum von 3,5 % im Jahr 2026 nicht überraschen. Auch die Preise dürften eher steigen, so dass nach unserer Einschätzung die Inflationsrate auf 3,5 % zulegen könnte – das entspräche einer Wachstumsrate des nominalen BIP von 7 %.

Für die Unternehmensgewinne ist dies ein förderliches Umfeld, und niedrigere Zinsen wären deshalb nicht gerechtfertigt. Auch im Weißen Haus scheint man zunehmend zu erkennen, dass die Inflation bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr eine der größten Herausforderungen für die Republikaner darstellen wird.

Japanische Anlagen stehen seit der vergangenen Woche zunehmend unter Druck. In ihrem Bestreben, sich das Mantra der Abenomics zu eigen zu machen, drängt Premierministerin Sanae Takaichi auf eine lockerere Geld- und Fiskalpolitik, um das nominale BIP-Wachstum anzukurbeln. Damit verunsichert sie jedoch die Märkte.

Das Problem dieser reflationären Haltung: Im Gegensatz zur Amtszeit des ehemaligen Premierministers Abe kämpft die japanische Wirtschaft heute nicht mit einer zu schwachen, sondern mit einer zu starken Inflation. Eine Politik, die darauf abzielt, die Inflation weiter anzukurbeln, obwohl der Verbraucherpreisindex in den letzten drei Jahren mit 3 % bereits über dem Zielwert lag, muss daher als völlig fehlgeleitet erscheinen.

Bei Treffen mit vielen der größten japanischen Investoren letzte Woche waren Sorgen über Takaichis Agenda das beherrschende Thema. Es wird befürchtet, dass es in den kommenden Tagen und Wochen zu einem „Sell Japan Trade” kommen könnte, sofern der Kurs nicht korrigiert wird.

Sanae Takaichi schafft sich ihre Probleme offenbar selbst, und das trifft wohl ebenso auf Rachel Reeves in Großbritannien zu. Die am vergangenen Wochenende durchgesickerten Informationen, dass Einkommenssteuererhöhungen aus dem Haushalt in der nächsten Woche ausgeschlossen werden sollen, wurden an den Finanzmärkten mit Skepsis aufgenommen. Immerhin hat die britische Finanzministerin ständig ihre Meinung geändert, was ihrer (verbleibenden) Glaubwürdigkeit schwer geschadet hat.

Die Renditen britischer Staatsanleihen sind zu Beginn der Woche stark gestiegen. Die Märkte werden zunehmend nervös, dass die Labour-Partei aufgrund des politischen Scheiterns in den kommenden Wochen Reeves und möglicherweise auch Premier Starmer ersetzen könnte. Man befürchtet, dass Labour sich in einem solchen Szenario nach links orientieren könnte, was eine noch dramatischere Schwäche britischer Vermögenswerte auslösen könnte.

In der EU bleiben die Märkte vorerst stabiler. Jüngste Treffen mit politischen Entscheidungsträgern vermitteln jedoch eine relativ pessimistische Einschätzung der Aussichten für Europa. Obwohl fiskalische Anreize das BIP 2026 anheben sollen, leidet die EU unter hohen Energiekosten, die die Industrie wettbewerbsunfähig machen.

Die deutsche Automobilindustrie verliert Marktanteile. Gleichzeitig herrscht eine Stimmung der langanhaltenden Unzufriedenheit. Verbraucher halten sich deshalb mit ihren Ausgaben zurück und Unternehmen sind nicht bereit zu investieren. In diesem Sinne beunruhigen die Stimmen, dass Europa sich in ein Museum verwandeln könnte – einen Ort, den man gerne besucht und der schön anzusehen ist, an dem aber eigentlich sehr wenig passiert.

Unter den Währungen tendieren wir weiterhin dazu, den US-Dollar zu bevorzugen, denn das außergewöhnliche Wachstum der USA ist nach wie vor sehr lebendig und positiv.

Ausblick

Bald dürften mehr Wirtschaftsdaten vorliegen, die Aufschluss über die sich entwickelnden Konjunkturaussichten in den USA geben. Die letzte Woche hat jedoch erneut gezeigt, wie sehr politische und geldpolitische Veränderungen die Märkte beeinflussen können.

In einer Zeit, in der die Staatsverschuldung weltweit hoch ist und die Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler mit den etablierten politischen Parteien rund um den Globus zunimmt, werden wir daran erinnert, dass politische und durch die Politik verursachte Volatilität weiterhin die globalen Märkte prägen werden.

Das mögliche Platzen einer KI-Blase im kommenden Jahr dürfte weiterhin ein wichtiges Thema für Anlegerinnen und Anleger sein. Doch der richtige Zeitpunkt dafür ist sehr schwer zu bestimmen. In Blasenmärkten kann es genauso riskant sein, Short-Positionen wie Long-Positionen einzugehen, wie uns die Verdopplung des Nasdaq-Index am Ende des Dotcom-Booms 1999 vor Augen geführt hat.

Aus dieser Perspektive heraus befinden wir uns nicht in einem Umfeld, in dem es sich lohnt, zu hohe Risiken einzugehen. Auf makroökonomischer Ebene können jedoch spezifische Entwicklungen auf Länderebene erhebliche Chancen bieten, die sich bei politischen Fehlentscheidungen deutlich bemerkbar machen können.

Wir möchten darauf hinweisen, dass sich die japanische Wirtschaft in den letzten Jahren relativ gut entwickelt hat. Das Wachstum war positiv und wurde durch eine steigende Produktivität bei gleichzeitig sinkendem Arbeitskräfteangebot gestützt. Das Land hat eine Phase der Deflation und Stagnation hinter sich gelassen, und sogar die Schuldenquote befindet sich in einem Abwärtstrend.

Angesichts dieser Situation hoffen wir natürlich, dass Premierministerin Takaichi keine Politik betreibt, die diesen Erfolg noch in den letzten Augenblicken verspielt, weil sie einige der möglichen Folgen ihres Handelns nicht vollständig erfasst hat. Die Zeit wird zeigen, ob sie eine Kehrtwende vollziehen wird. Bislang scheint sie jedoch ziemlich immun gegen jegliche Kritik zu sein.

Analysen per E-Mail abonnieren

Erhalten Sie jetzt aktuelle Investment- und Wirtschaftsanalysen unserer Experten direkt in Ihre Mailbox.

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketingmitteilung, die von folgenden Stellen erstellt und herausgegeben werden kann: im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) von BlueBay Funds Management Company S.A. (BBFM S.A.), die von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) reguliert wird. In Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden ist die BBFM S.A. im Rahmen einer Zweigniederlassungsgenehmigung gemäss der Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (2009/65/EG) und der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (2011/61/EU) tätig. Im Vereinigten Königreich (UK) durch RBC Global Asset Management (UK) Limited (RBC GAM UK), die von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) zugelassen und beaufsichtigt wird, bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) registriert ist und Mitglied der National Futures Association (NFA) ist, die von der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zugelassen ist. In der Schweiz durch die BlueBay Asset Management AG, deren Vertreter und Zahlstelle die BNP Paribas Securities Services, Paris, succursale de Zurich, Selnaustrasse 16, 8002 Zürich, Schweiz ist. Der Erfüllungsort befindet sich am Sitz des Vertreters. Für Klagen im Zusammenhang mit dem Angebot und/oder der Bewerbung von Aktien in der Schweiz sind die Gerichte am Sitz des schweizerischen Vertreters oder am Sitz oder Wohnsitz des Anlegers zuständig. Der Prospekt, die wesentlichen Anlegerinformationen (Key Investor Information Documents - KIIDs), die wesentlichen Informationen über Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsprodukte (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products - Key Information Documents - PRIIPs KIDs), soweit zutreffend, die Satzung und alle anderen erforderlichen Dokumente, wie z.B. die Jahres- und Halbjahresberichte, können kostenlos beim Vertreter in der Schweiz bezogen werden. In Japan durch BlueBay Asset Management International Limited, die beim Kanto Local Finance Bureau des japanischen Finanzministeriums registriert ist. In Asien durch RBC Global Asset Management (Asia) Limited, die bei der Securities and Futures Commission (SFC) in Hongkong registriert ist. In Australien ist RBC GAM UK von dem Erfordernis einer australischen Finanzdienstleistungslizenz gemäss dem Corporations Act befreit, da sie von der FCA nach den Gesetzen des Vereinigten Königreichs reguliert wird, die sich von den australischen Gesetzen unterscheiden. In Kanada durch RBC Global Asset Management Inc. (einschließlich PH&N Institutional), die der Aufsicht der Wertpapieraufsichtsbehörde der jeweiligen Provinz bzw. des Territoriums unterliegt, bei der sie registriert ist. RBC GAM UK ist nicht nach den Wertpapiergesetzen registriert und beruft sich auf die Ausnahmeregelung für internationale Händler nach den geltenden Wertpapiergesetzen der Provinzen, die es RBC GAM UK erlaubt, bestimmte spezifizierte Händlertätigkeiten für in Kanada ansässige Personen auszuüben, die als "zugelassener kanadischer Kunde" im Sinne der geltenden Wertpapiergesetze gelten. In den Vereinigten Staaten durch RBC Global Asset Management (U.S.) Inc. („RBC GAM-US“), einen bei der SEC registrierten Anlageberater. Die oben genannten Unternehmen werden in diesem Dokument gemeinsam als „RBC BlueBay“ bezeichnet. Die angegebenen Registrierungen und Mitgliedschaften sind nicht als Befürwortung oder Genehmigung von RBC BlueBay durch die jeweiligen lizenzierenden oder registrierenden Behörden auszulegen. Nicht alle hierin beschriebenen Produkte, Dienstleistungen oder Anlagen sind in allen Rechtsordnungen verfügbar, und einige sind aufgrund lokaler aufsichtsrechtlicher und rechtlicher Anforderungen nur eingeschränkt verfügbar.

Dieses Dokument ist nur für „Professionelle Kunden“ und „Geeignete Gegenparteien“ (im Sinne der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente („MiFID“) oder der FCA) oder in der Schweiz für „Qualifizierte Anleger“ im Sinne von Artikel 10 des Schweizerischen Kollektivanlagengesetzes und seiner Ausführungsverordnung oder in den USA für „Zugelassene Anleger“ (im Sinne des Securities Act von 1933) oder „Qualifizierte Käufer“ (im Sinne des Investment Company Act von 1940) bestimmt und sollte von keiner anderen Kundenkategorie als verlässlich angesehen werden.

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Daten von RBC BlueBay bezogen. Dieses Dokument ist nach bestem Wissen und Gewissen von RBC BlueBay zum Zeitpunkt der Erstellung wahr und korrekt. RBC BlueBay gibt keine ausdrücklichen oder stillschweigenden Garantien oder Zusicherungen in Bezug auf die in diesem Dokument enthaltenen Informationen und lehnt hiermit ausdrücklich alle Garantien in Bezug auf Genauigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck ab. Meinungen und Schätzungen stellen unser Urteil dar und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. RBC BlueBay bietet keine Anlage- oder sonstige Beratung an, und nichts in diesem Dokument stellt eine Beratung dar und sollte auch nicht als solche interpretiert werden. Dieses Dokument stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren oder Anlageprodukten in irgendeiner Rechtsordnung dar und dient ausschliesslich Informationszwecken.

Kein Teil dieses Dokuments darf zu irgendeinem Zweck oder auf irgendeine Art ohne die vorherige, schriftliche Einwilligung von RBC BlueBay reproduziert, weiterverteilt, direkt oder indirekt an irgendeine andere Person übermittelt bzw. ganz oder auszugsweise veröffentlicht werden. Copyright 2023 © RBC BlueBay. RBC Global Asset Management (RBC GAM) ist die Vermögensverwaltungsdivision der Royal Bank of Canada (RBC), zu der die RBC Global Asset Management (U.S.) Inc. (RBC GAM-US), RBC Global Asset Management Inc., RBC Global Asset Management (UK) Limited und RBC Global Asset Management (Asia) Limited gehören, bei denen es sich um separate, aber verbundene Unternehmen handelt. ® / Eingetragene Marke(n) der Royal Bank of Canada und BlueBay Asset Management (Services) Ltd. Verwendet unter Lizenz. BlueBay Funds Management Company S.A., eingetragener Sitz 4, Boulevard Royal L-2449 Luxemburg, in Luxemburg unter der Nummer B88445 eingetragene Gesellschaft. RBC Global Asset Management (UK) Limited, eingetragener Firmensitz 100 Bishopsgate, London EC2N 4AA, eingetragen in England und Wales unter der Nummer 03647343. Alle Rechte vorbehalten

Direkt aus Dowding

Melden Sie sich an, um Mark Dowdings Kommentare direkt in Ihre Mailbox zu erhalten.


Bestätigung Ihrer Anmeldung

Ich bestätige, dass ich ein institutioneller Anleger / professioneller Investor bin. Mit der Übermittlung dieser Angaben erkläre ich mich damit einverstanden, zusätzlich zu allen anderen von mir gewählten E-Mail-Abonnements E-Mails von RBC BlueBay Asset Management zu erhalten, die interessante Einblicke und Denkanstöße bieten.

(Sie können sich jederzeit am Ende jeder E-Mail, die Sie erhalten, abmelden oder Ihre Einstellungen anpassen. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie, um zu erfahren, wie wir Ihre persönlichen Daten schützen).


Bitte tragen Sie die unten angezeigten Zeichen ein:

Beim Aufruf des CAPTCHA-Bildes ist ein Fehler aufgetreten.