Ishiba verbeugt sich – Trump triumphiert

Jul 25, 2025

Nach dem Japan-Deal surft Trump auf einer Welle des Erfolgs. Werden die USA mit Europa eine ähnliche Vereinbarung schließen können? Und werden sie langfristig von diesen Abmachungen profitieren? Für ein Land, das bislang von der Globalisierung profitiert hat, erscheint das zumindest nicht ausgemacht. Zudem ist nicht auszuschließen, dass andere Länder dem Beispiel der USA folgen werden, stellt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management, fest.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Weltweit haben sich die Anleiherenditen in dieser Woche weiterhin seitwärts bewegt. Risikoanlagen legten gleichzeitig wegen guter Nachrichten zum Thema Handelsabkommen zu. Die Ankündigung von Japans 15-%-Zoll-Deal mit den USA sorgte in Tokio für etwas Erleichterung – immerhin konnten die gefürchteten 25 % vermieden werden.

Allerdings erscheint uns diese Vereinbarung recht einseitig. Der offensichtliche innenpolitische Druck auf den japanischen Premierminister Ishiba, ein Abkommen zu erreichen, verschaffte den USA eine starke Verhandlungsposition. Nach Japan richten sich die Blicke nun nach Europa. Berichten zufolge könnte auch für die EU ein ähnliches Abkommen mit Zöllen in Höhe von 15 % in Sicht sein.

Hat sich also die Welt dem Druck der USA gebeugt, weil die US-Regierung ihre Karten geschickt spielt? Es wirkt geradezu so, als hätten die Handelspartner weitgehend die US-Argumentation akzeptiert, die Zölle seien eine Art Konsumsteuer auf alles, was nicht aus heimischer Produktion stammt.

Zudem besteht ein gewisses Verständnis dafür, dass das hohe Haushaltsdefizit der USA Zolleinnahmen nötig macht, um die Schuldenlage der USA nicht noch weiter zu verschlechtern. Allerdings sehen sich viele Volkswirtschaften mit steigender Staatsverschuldung vor ähnlichen Herausforderungen. Ob andere Länder in den kommenden Jahren in ihrer Handelspolitik wohl dem US-Beispiel folgen werden? – Spannende Frage.

Wir schätzen, dass sich der durchschnittliche US-Zollsatz letztlich bei etwa 18 % einpendeln dürfte. Die Zölle auf US-Exporte dürften dagegen nicht viel höher als bei 3 % liegen.

Es besteht kein Zweifel: Die USA haben den Handelskrieg zumindest vorerst gewonnen. Längerfristige Auswirkungen der politischen Kursänderungen unter Trump werden sich möglicherweise erst später zeigen. Bislang ist es alles andere als klar, ob die USA als Nation und Gesellschaft mittelfristig besser oder schlechter dastehen werden.  Immerhin haben vor allem die USA jahrzehntelang von der Globalisierung profitiert. Es kann keinen Zweifel geben, dass diese Situation durch den aktuellen politischen Kurswechsel bedroht wird.

Dennoch kann Trump anscheinend mit dem schönen Gefühl einer Erfolgssträhne in die Sommerpause gehen – einmal abgesehen von den lästigen Epstein-Akten. Die Wachstumsprognosen für die US-Wirtschaft im kommenden Jahr zeigen nach oben, und angesichts des verabschiedeten Haushalts und der sich abzeichnenden Handelsabkommen erscheint das Umfeld auf mittlere Sicht weitgehend positiv.

Kurzfristig sollten wir jedoch immer noch damit rechnen, dass sich die Konjunktur in den nächsten Monaten abschwächen kann. Gleichzeitig dürften die Preise steigen, da Unternehmen die Zölle an die Verbraucher weiterreichen werden. Wir erwarten, dass die US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte um 1,5 % wachsen, die Kerninflation aber auf fast 4 % ansteigen wird. Unwahrscheinlich ist dagegen eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit. Deshalb würden wir grundsätzlich anzweifeln, ob die US-Zinsen in den nächsten Monaten überhaupt – oder jedenfalls in nennenswertem Umfang – verändert werden müssen.

Ausblick

Aus unserer Sicht ist das wahrscheinliche Szenario, dass die Fed die Leitzinsen im September und Dezember um jeweils 25 Basispunkte senken wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Inflation nicht über die aktuellen Prognosen ansteigt. Vor diesem Hintergrund halten wir das am Markt aktuell eingepreiste Zinsniveau für weitgehend fair.

Für Europa gehen wir davon aus, dass die EZB vor dem Hintergrund der fiskalischen Lockerung keine weiteren Zinssenkungen mehr vornehmen wird. Solange der 1. August keine bösen Überraschungen bringt, könnten die Märkte optimistisch in den Monat starten. Befürchtungen treten vorerst in den Hintergrund.

Trump hat viele Skeptiker Lügen gestraft und genießt seinen Erfolg, aber wie heißt es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall. Auch wenn derzeit alles ruhig erscheint, scheinen sich unter der Oberfläche viele Risiken zu verbergen. Wir bleiben deshalb vorsichtig, insbesondere wenn Gier oder Selbstgefälligkeit den Markt prägen. Wir bleiben skeptisch, wie lange die günstigen Bedingungen sich halten werden.

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