Fast and Furious

Jan 16, 2026

Trumps Kavalierstart 2026

Venezuela, Grönland und vielleicht bald Iran: Trump versucht, die Welt nach seinem Willen umzugestalten. Und auch zu Hause greift er durch, etwa mit Anweisungen an Fannie Mae und der Vorladung von Jerome Powell. Die Märkte nehmen den Aktionismus inzwischen weitgehend ungerührt zur Kenntnis. Könnte eine mögliche Entscheidung des Supreme Court gegen Trumps Zölle mehr Bewegung in die Märkte bringen? Oder würden die Regierung lediglich mit neuen Zöllen auf geänderter rechtlicher Grundlage reagieren, fragt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Neue Daten für die US-Wirtschaft haben sich in der vergangenen Woche günstig für Risikoanlagen ausgewirkt. Die Atlanta Fed hat ihre Wachstumsprognose auf über 5% angehoben. Gleichzeitig hat sich die Kerninflation bei 2,6% stabilisiert. Das sind ideale wirtschaftliche Bedingungen, über die die US-Regierung nachdenken sollte. Anstatt sich jedoch auf seinen Lorbeeren auszuruhen, zeigt sich Präsident Trump Anfang 2026 hyperaktiv und versucht, die Welt um sich herum an mehreren Fronten neu zu gestalten.

Zum Beispiel mit der Anweisung an die Federal National Mortgage Association – auch bekannt als Fannie Mae – Hypothekenpapiere im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Das kann als eine Art „Pseudo-QE“ durch die Hintertür angesehen werden, ausgelöst durch den ideologischen Eifer des Präsidenten, die Hypothekenzinsen zu senken.

Oder mit der Forderung, die Kreditkartenzinsen auf 10% zu begrenzen. Abgesehen davon, dass dieses Ziel allgemein als unrealistisch angesehen wird, soll es offensichtlich das Thema „Affordability“ angehen, also erschwingliche Lebenshaltungskosten – ein zentrales Thema bei den Zwischenwahlen im Herbst.

Und schließlich mit der Vorladung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell durch das Justizministerium, als Antwort auf Trumps Frust über die Zinszurückhaltung der Fed. Dieses Vorgehen hat bei Notenbanken weltweit heftige Kritik ausgelöst. Nach entsprechenden Schlagzeilen hat sich Trump daher schnell wieder von dieser Maßnahme distanziert. Das Letzte, was er will, ist sicherlich, dass die Gerichte Powell zu einer Art Märtyrer machen – zumal er ohnehin nur noch wenige Monate als Fed-Vorsitzender im Amt ist.

Am Finanzmarkt wurde das Theater um die Fed schnell durchschaut, auch weil man weiß, dass Trump bald seinen neuen Kandidaten für den Fed Chair bekannt geben wird. Schon deshalb ist es wenig wahrscheinlich, dass das Weiße Haus die Notenbank aktuell weiter angreift.

Abgesehen davon dominiert zurzeit die Meinung, dass es am Markt wenig zu sehen oder zu tun gibt, solange die Politik keine wesentliche Neubewertung der wirtschaftlichen Aussichten erforderlich macht. Auch die Nachrichten rund um Venezuela, Grönland und den Iran haben diese Haltung bisher nicht verändert. Offenbar sind die Finanzmarktteilnehmer im letzten Jahr gegenüber Veränderungen und Umwälzungen taub geworden, und aktuell ist kein Szenario erkennbar, das diese etwas ignorante Auffassung aufbrechen könnte.

Infolgedessen werden US-Staatsanleihen weiterhin innerhalb einer bestimmten Bandbreite gehandelt, wobei 10-jährige Anleihen seit letztem September zwischen 4,00 % und 4,25 % liegen. Da die meisten wichtigen Datenveröffentlichungen für diesen Monat nun hinter uns liegen, könnten wir zumindest bis Ende Januar mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung rechnen.

Im Devisenhandel bewegt sich der Dollar seit August letzten Jahres ebenfalls in einem engen zweistelligen Bereich gegenüber dem Euro. Die Vermutung liegt nahe, dass der Greenback stärker wäre, wenn nicht die anhaltenden Angriffe auf die Glaubwürdigkeit der US-Institutionen die Stimmung belastet hätten.

Die Marktbewegungen in Japan waren deutlicher. Premier Takaichis Ankündigung vorgezogener Neuwahlen hat heimischen Aktien Auftrieb gegeben. Anleihen und Devisen hingegen litten unter der Angst vor einer lockereren Fiskal- und Geldpolitik. Wir halten jedoch einige dieser Befürchtungen für übertrieben. Der Haushalt für 2026 ist bereits verabschiedet, und Takaichi hat signalisiert, einer Zinserhöhung der Bank of Japan zuzustimmen, schon um einen weiteren Wertverlust des Yen zu vermeiden.

Takaichi präsentiert sich als volksnahe Spitzenpolitikerin. Der Schlüssel zu ihrem dauerhaften Erfolg wird ein pragmatischer und verantwortungsvoller Ansatz sein, der die Finanzmärkte bei Laune hält, während die Stimmung in der Bevölkerung zunehmend optimistisch ausfällt.

Dieser Optimismus zeigt sich am japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-Index ist zu Beginn des Jahres 2026 um beeindruckende 8 % gestiegen. Symbolisch steht für diese Entwicklung auch der Rekordpreis für den ersten Thunfisch des Jahres bei der Fischauktion in Tokio: Die Sushi-Zanmai-Kette bot beeindruckende 510 Millionen Yen, umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro, und damit weit mehr als die letzten Jahre.

Viele Japaner haben den Großteil ihrer inländischen Ersparnisse in Japan in Bargeld angelegt, was in einem festgefahrenen deflationären Wirtschaftsumfeld sinnvoll war. Da sich die Inflationserwartungen jedoch normalisieren und japanische Unternehmen durch gesteigerte Arbeitseffizienz Gewinne erzielen, könnten sich Japan am Anfang eines strukturellen Wandels befinden. Die Risikobereitschaft könnte langsam wachsen, und wohlhabende Japaner könnten an die heimischen Märkte zurückkehren.

Ausblick

Der Treasury MOVE Index (Merrill Option Volatility Estimate), ein wichtiger Indikator für die erwartete Volatilität am US-Markt für Staatsanleihen, erreichte diese Woche ein Vierjahrestief – das Marktgleichgewicht scheint also einstweilen Bestand zu haben.

Mehr Volatilität könnte allerdings eine Entscheidung der obersten Bundesrichter über Trumps Zölle bringen, die sich auf den International Emergency Economic Powers Act von 1977 stützen. Eine Entscheidung kann jederzeit fallen, und es scheint wahrscheinlich, dass sie gegen diese Zölle ausfallen und den Weg für Rückzahlungsforderungen bereiten könnte.

Der Verlust dieser Zolleinnahmen würde das Defizit um 1 % des BIP in die Höhe treiben. Um die US-Staatsfinanzen nicht in Frage zu stellen, dürfte die Regierung in diesem Fall andere Zölle einführen. Drei mögliche Wege kommen in Betracht:

  • Zölle gemäß Artikel 301 in Bezug auf die nationale Sicherheit. Dafür müsste eine solide Begründung vorbereitet werden, aber zumindest im Falle Chinas ist das schon geschehen, was das Vorgehen beschleunigen würde. Und im Falle Europas dürften die USA die Vorarbeiten für einen 301-Zoll bereits abgeschlossen haben, als Antwort auf die Digitalsteuer der Union.
  • Darüber hinaus kann Artikel 232 über sektorale Zölle neben den bereits eingeführten Zöllen umgesetzt werden. Ein Problem dieser 232-Zölle ist jedoch, dass sie nach einer Frist von 150 Tagen einer Abstimmung im Kongress unterliegen, was Trump wohl lieber vermeiden möchte.
  • Schließlich können die Zölle gemäß Artikel 122 auf Länder ausgerichtet werden, die große bilaterale Leistungsbilanzüberschüsse mit den USA aufweisen.

In all diesen Fällen könnten sich die nationalen und sektoralen Konturen neuer Zölle deutlich von den heute geltenden unterscheiden. Mögliche Folgen sind Unsicherheit und Volatilität. Wer weltweit zu den Gewinnern oder Verlierern zählt, könnte sich deutlich ändern.

Wie würde Trump auf ein ungünstiges Urteil des Obersten Gerichtshofs reagieren? Seit Jahresbeginn scheint er seine Gegner links, rechts und in der Mitte zu attackieren. Zwar scheint er zuversichtlich, seinen Willen durchsetzen zu können, doch sein aggressives Vorgehen könnte irgendwann zu einer größeren Störung der Finanzmärkte führen, so wie im April letzten Jahres.

Aktuell halten diese Sorgen sich noch im Rahmen. Viele Trump-Skeptiker sind 2025 verstummt. Die allgemeinen Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte scheinen zu Beginn des neuen Jahres weiterhin überwiegend positiv zu sein – aber wie lange noch?

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