Die Welt sucht die Super-Blase

Oct 24, 2025

Die Märkte sind hochsensibel für mögliche Blasen. Gold und Silber geben nach – Blase? Unternehmensanleihen mit engen Spreads – Blase? Die Nasdaq entwickelt sich ähnlich wie schon 1999 – also jetzt verkaufen? Das Platzen einer Blase kann teuer werden, aber der verfrühte Ausstieg unter Umständen sogar noch teurer, warnt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Die Renditen langlaufender Anleihen sind in der vergangenen Woche weiter gesunken, wenn auch in relativ ruhigen Märkten, die im US-Shutdown ohne US-Wirtschaftsdaten auskommen mussten.

In dieser Hinsicht markiert der heutige Tag eine Wende: Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht heute den Septemberbericht zum Verbraucherpreisindex CPI. Die Mitarbeiter wurden eigens zurückgerufen, da diese Zahlen für die Indexierung von Renten- und Sozialleistungen benötigt werden. Es wird ein Anstieg der Gesamtinflation erwartet, wobei die Kernrate voraussichtlich stabil bei 3,1 % im Jahresvergleich bleiben wird.

Die Zollkosten dürften allerdings in den nächsten Monaten zu einer zusätzlichen Konsuminflation führen. Laut Analysen erreicht dieser Effekt im dritten und vierten Quartal nach der Einführung eines Zolls seinen Höhepunkt.

Die schwachen Beschäftigungszahlen dürften eher auf eine Umkehr der Einwanderungsströme zurückzuführen sein als auf eine bevorstehende Konjunkturabschwächung. Die Arbeitslosenquote dürfte also relativ stabil bleiben und ein weiterer Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen könnte eine Gelegenheit zum Verkauf darstellen, während kurze Laufzeiten gerade einen attraktiveren Einstiegspunkt bieten.

Auch die Nachrichtenlage in der Eurozone bleibt relativ verhalten. Der Schwenk in der deutschen Fiskalpolitik und die Pläne für höhere EU-Verteidigungsausgaben schlagen sich noch nicht im Wachstum nieder – zuerst müssen Budgets zugewiesen und Aufträge erteilt werden. Dies könnte sich im Laufe des Jahres 2026 deutlicher bemerkbar machen. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage in der Eurozone insgesamt eher gedämpft. Der Automobilsektor befindet sich in einer schwierigen Lage, da China den globalen Markt für Elektrofahrzeuge dominiert.

Unterdessen behindern Energiekosten, Ökosteuern, Bürokratie und Verwaltungsaufwand weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Daher bleiben wir bei unserer Einschätzung, dass die EZB im ersten Quartal 2026 eine weitere Zinssenkung auf 1,75 % vornehmen könnte.

Bei Unternehmensanleihen sind Schnäppchen zurzeit rar gesät. Aber auch wenn die Risikoaufschläge für Corporate Bonds im Vergleich zu Staatanleihen im historischen Vergleich nach wie vor niedrig sind, kann von einer Blase nicht die Rede sein.

Das aktuelle Spread-Niveau zeigt jedenfalls, dass staatlichen Sicherheiten in Zeiten eines Überangebots an Staatsanleihen ein geringerer Wert zugesprochen wird. So werden zum Beispiel US Treasuries mit einem erheblichen Aufschlag gegenüber Swaps gehandelt, die als wahre Referenz für den risikofreien Zins gelten. Aus dieser Perspektive sind die Spreads für Investment-Grade-Anleihen von Unternehmen in den letzten Jahren eher stabil geblieben.

Bullenmärkte führen zu dazu, dass Anleger dazu neigen Risiken zu unterschätzen und weniger wachsam zu werden. Abgesehen von den Private Markets sehen wir jedoch kaum Anzeichen für eine Krise bei Unternehmensanleihen, wenn wir die Verschuldungsquoten und den Konjunkturausblick betrachten.

Solange die Furcht vor einer Rezession gering ist oder abnimmt, dürften sich Corporate Bonds somit weiterhin gut entwickeln. Sobald eine Rezession wahrscheinlicher oder sogar absehbar wird, sollte man sich mehr Sorgen um dieses Segment machen. Das ist aber derzeit nicht der Fall.

Ausblick

Gegen Monatsende dürfte der Druck, den Shutdown der US-Regierung zu beenden, zunehmen, sofern es bis dahin noch nicht zu einem Durchbruch gekommen ist.

Die Fed wird kommende Woche die US-Leitzinsen um 25 Basispunkte senken. Wer einen Zusammenhang zwischen dem Shutdown und einer Schwächung des Arbeitsmarkts herstellt, kann mit einer weiteren Zinssenkung im Dezember rechnen. Zwei Zinssenkungen vor Ende 2025 würden die Leitzinsen auf ein Niveau bringen, das nicht weit über dem liegt, das eine Reihe von Fed-Mitgliedern als neutrales langfristiges Zinsniveau ansieht.

Aus unserer Sicht heißt das, dass weitere geldpolitische Lockerungen 2026 weniger wahrscheinlich werden – insbesondere, wenn das Wachstum aufgrund niedrigerer Zinsen, Steuern und Deregulierung nächstes Jahr auf 3 % ansteigen sollte. Gleichzeitig dürfte die Verbraucherpreisinflation in den kommenden Monaten 3,5 % oder mehr erreichen. Für diejenigen, die eine aggressivere Geldpolitik anstreben, wird die Hürde damit höher.

Ansonsten hat die Preisentwicklung bei Edelmetallen in der vergangenen Woche weiterhin für Aufmerksamkeit gesorgt. Die jüngste Kursrallye ist durch Momentum-Trades von Privatanlegern noch angeheizt worden. Es ist auch interessant zu beobachten, dass es zu einer gewissen Rotation weg von „digitalem Gold“ hin zum echten Gold gekommen ist.

Die Rallye bei Gold und Silber hat zu Spekulationen über eine Abwertung geführt. Das trifft aus unserer Sicht nicht zu. Denn seit der Sanktionierung russischer Währungsreserven im Jahr 2022 haben Staaten ebenso wie Unternehmen ihre Assets zunehmend in Gold allokiert, um sich nicht erpressbar zu machen.

In den letzten Monaten wurde auch viel über eine Blasenbildung am Aktienmarkt diskutiert, insbesondere in Bezug auf Technologie- und KI-Unternehmen in den USA. Insgesamt sind die Bewertungen stark überzogen. In den nächsten fünf Jahren müssten diese durch ein Gewinnwachstum gestützt werden, das über dem der letzten fünf Jahre liegt oder zumindest diesem entspricht.

Dies erscheint jedoch völlig unrealistisch, da sich die Gewinne mittlerweile auf einem viel höheren Niveau bewegen. Daher ist es wohl unvermeidlich, dass das Gewinnwachstum recht schnell zurückgehen und dann wahrscheinlich umkehren wird. Aber die Analyse von Aktien bestimmt nicht Kurse, und in diesem Fall wird die Entwicklung von Privatanlegern angetrieben. Die Gier könnte die Kurse noch weiter in die Höhe ziehen, bevor die Blase platzt.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Nasdaq zwischen Januar 1999 und März 2000 einen Anstieg von 129 % verzeichnete, bevor die Kurse in den folgenden 18 Monaten um mehr als 70 % einbrachen. Es kann jedoch ein kostspieliger Fehler sein, sich aufgrund einer befürchteten Blase aus dem Markt zu ziehen – vielleicht sogar noch kostspieliger als der Fehler, den derjenige begangen hat, der am vergangenen Wochenende die Überwachungskameras im Louvre in die falsche Richtung gerichtet hat!

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