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Hier sein aktueller Marktkommentar:
Spekulationen über Trump und Fed-Chef Powell waren in der vergangenen Woche das beherrschende Thema. Die US-Regierung ist zunehmend frustriert, dass die Fed in den letzten Monaten die Zinsen nicht gesenkt hat.
Das Weiße Haus hat zwar inzwischen dementiert, dass es unmittelbare Pläne zur Entlassung des Fed-Vorsitzenden gebe. Dennoch dürfte die Regierung den Druck in den kommenden Wochen weiter erhöhen, um Powell das Leben so unangenehm wie möglich zu machen.
Die Vorstellung, Trump könnte einen neuen Fed-Vorsitzenden ernennen, der dann die gewünschten Zinssenkungen umsetzt, hat inzwischen zu einer steileren Zinsstrukturkurve beigetragen. Die Nachfrage nach kurzfristigen Laufzeiten hat zugenommen, während am langen Ende die Renditen gestiegen sind – ein Signal, dass die Märkte die Unabhängigkeit der Fed und ihres Inflationsmandats anzweifeln.
Mittelfristige Inflationssorgen haben in den letzten Wochen zu einem Anstieg der Breakeven-Raten für inflationsgeschützte Staatsanleihen, die US-TIPS, geführt. Dennoch fiel der Verbraucherpreisindex für Juni relativ moderat aus: Die Kerninflation stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 % und gegenüber dem Vorjahr um 2,9 %. Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass Exporteure die gestiegenen Kosten an den Verbraucher durchreichen, obwohl die USA im vergangenen Monat Zolleinnahmen in Höhe von 26 Milliarden Dollar verzeichneten. Im Vorjahreszeitraum waren es noch sechs Milliarden Dollar.
Für die kommenden Monate erwarten wir einen Anstieg der Inflationsdaten um etwa 1 % gegenüber dem aktuellen Niveau, da die Exporteure ihre Margen wieder ausbauen. Diese Erwartungen sind allerdings alle andere als gesichert.
Eine Zinssenkung auf der nächsten Fed-Sitzung Ende Juli halten wir für sehr unwahrscheinlich. Bis September könnte die Situation allerdings anders aussehen – vorausgesetzt, dass bis dahin mehr Klarheit hinsichtlich der Zölle und der Inflation herrscht. In diesem Fall erwarten wir je eine Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte sowohl im September als auch zum Jahresende. Diese Einschätzung entspricht weitgehend den aktuellen Markterwartungen.
Ein Thema wird jedenfalls in nächster Zeit im Gespräch bleiben, und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks: Da die hohen Staatsdefizite die Verschuldung weiter in die Höhe treiben, werden mehr Staatsanleihen emittiert. Wir gehen davon aus, dass sich die jeweiligen Finanzagenturen vor allem auf kürzere Laufzeiten verlegen werden. Damit lässt sich das Profil der Staatsverschuldung insgesamt verkürzen, wobei der Anteil der Finanzierung über Schatzwechsel zunehmen dürfte.
Am Devisenmarkt hat sich der US-Dollar in der vergangenen Woche erholt. Zum Teil dürfte dies an kurzfristigen Positionierungen der Anleger liegen, die letzten Monat zu einer übermäßig negativen Einschätzung des Dollars geführt hatten. Wir gehen allerdings weiterhin von einer Verschiebung der Asset Allocation aus. Eine Konsequenz daraus kann ein schwächerer Dollar sein, was durch Zinssenkungen der Fed weiter verstärkt werden könnte. Und sollte Jerome Powell tatsächlich von Donald Trump abgesetzt werden, könnte der Greenback sogar noch schneller abwerten.
Gleichzeitig verfügen die USA, wie viele Marktbeobachter betonen, nach wie vor über eine starke Wettbewerbsposition in wichtigen Branchen, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz. 2026 könnte eine Kombination aus Steuer- und Zinssenkungen zusätzlich das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Die Annahme, die USA würden ihre langjährige wirtschaftliche Ausnahmestellung verlieren, könnten sich dann als verfrühte Unkenrufe herausstellen.
In der kommenden Woche dürfte der Fokus verstärkt auf den Zollverhandlungen liegen. Das Weiße Haus hat angedeutet, mehrere Vereinbarungen stünden kurz bevor. Allerdings sind die Gespräche mit einigen wichtigen Handelspartnern zuletzt eher ins Stocken geraten.
Die Trump-Regierung ist in Hochstimmung. Sie sieht sich auf einem guten Weg, sich in dem Handelskrieg, den sie selbst angezettelt hat, durchzusetzen. Vielleicht machen die USA diesmal keinen TACO-Rückzieher, sondern der Rest der Welt bekommt kalte Füße? Bei Risikoinvestments bleiben wir vorsichtig. Sollte der aktuelle Status quo unvermittelt in Frage gestellt werden, so sollten wir mit Volatilität um den Stichtag vom 1. August rechnen – insbesondere da es viele Investoren inzwischen aufgegeben haben, mögliche politische Entscheidungen in ihrer Positionierung vorwegzunehmen.
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