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Seit die erste Zeitung gedruckt wurde, ist kein Tag ohne Nachrichten vergangen. Irgendeine Schlagzeile gibt es immer, doch rückblickend betrachtet haben nur wenige Episoden der Geschichte die Märkte nachhaltig beeinflusst. Weitgehend Einigkeit herrscht wohl über die Bedeutung der Dotcom-Blase, der Finanzkrise und der Erholung nach der Covid-Pandemie.
Jedes dieser Ereignisse hat Spuren an den Märkten hinterlassen.
Während der Dotcom-Blase trieb der Glaube an neue Bewertungsmethoden die Aktienkurse in die Höhe: Anstatt auf Cashflows achteten Investoren in der Internetblase auf Kundengewinnung. Viele Ideen aus der damaligen Zeit haben sich im Laufe der Jahre bewährt. Doch zunächst wurde Kapital dauerhaft zerstört, als es sich als unfähig erwies, sich selbst zu erhalten.
Die Finanzkrise zwang Investoren schließlich, der unangenehmen Möglichkeit eines flächendeckenden Zusammenbruchs des Finanzsystems ins Auge zu sehen. Warteschlangen vor Goldhändlern und „Bank Runs“ – Massenabhebungen von Sparguthaben – hatte es zuletzt im 19. Jahrhundert gegeben. Plötzlich war Kapitalerhalt wichtiger als Kapitalrendite, eine weltweite Depression konnte nur durch massive Eingriffe der Politik abgewendet werden.
Diese politischen Sofortmaßnahmen läuteten die Phase der „Great Moderation“ ein, die vor allem durch die weitgehende Abwesenheit von Finanzkrisen auffiel. Niedrige Zinsen sollten den Wirtschaftspatienten betäuben und Kapital in riskantere Anlagen lenken, behinderten jedoch in der Praxis den Prozess der schöpferischen Zerstörung und führten zu einer Akkumulation toter Masse in der Wirtschaft.
Die Normalisierung der Geldpolitik hatte gerade erst angefangen, als eine Pandemie erneute Notmaßnahmen erzwang, um Leben und Lebensgrundlagen zu erhalten. Zur wirklichen Belastung wurde jedoch erst das Ende dieser Pandemie, als die Nachfrage wieder anstieg und das Angebot nicht hinterherkam. Die Inflation erreichte Höhen wie zuletzt in den Siebzigerjahren und traf die Kapitalmärkte unvorbereitet, Investoren mussten sich in rasantem Tempo anpassen.
Und heute? In den meisten Ländern nähert sich die Inflation wieder den Zielwerten der Zentralbanken, die Zinsen haben wieder real positives Niveau erreicht, wenn auch nur knapp. Gefühlt sind wir heute dem Gleichgewicht aus den Lehrbüchern der Volkswirtschaft so nah wie zuletzt vot der Dotcom-Blase. Für Investoren ist diese Entwicklung durchaus erfreulich.
Daran ist nichts Ungewöhnliches, schließlich produzieren die Nachrichten seit jeher Geschichten, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ablenken. In den letzten zwanzig Jahren gehörten zu den Schlagzeilen, denen Aufmerksamkeit zuteilwurde, unter anderem Energiepreise, Zölle, regionale Konflikte, Wahlen und Staatshaushalte. Und ganz ehrlich: Dass diese Ereignisse keine größeren Auswirkungen auf die globalen Märkte hatten, lag vielleicht auch an den Umständen. Es hätte auch anders kommen können.
Investoren sollten die Welt um sie herum also nicht ignorieren. Jede Nachricht hat das Potenzial zu wachsen oder sollte in einem größeren Kontext betrachtet werden. Ein Blick auf die aktuellen Schlagzeilen der Finanzpresse macht deutlich, dass Themen wie Staatsverschuldung, steigende Anleiherenditen und politische Unruhen unerwünschte Volatilität verursachen könnten.
Mit Arbeit, Kapital und Innovation schaffen diese Unternehmen echten Mehrwert – für ihre Eigentümer, aber auch für Mitarbeiter, Zulieferer und die Gesellschaft. Diese Wertschöpfung ist ein effektives Instrument für wirtschaftliches Wachstum und Fortschritt. Und trotz aller Schlagzeilen haben Unternehmen in den letzten zwanzig Jahren Innovationen hervorgebracht, die zum Beispiel die Krebsbehandlung und vernetzte Cloud-Computing-Systeme dramatisch verbessert, Wissen demokratisiert, und Mobilität mit elektrischen Fahrrädern, Autos und Taxidiensten auf ein neues Niveau gehoben haben. Wir müssen nicht mehr für Fahrkarten anstehen, Schecks einlösen, Parkuhren füttern oder Kamerafilme entwickeln. Wir müssen Songtexte nicht mehr mühsam zurück in die CD-Hülle bugsieren und können mit Freunden und Familie kommunizieren, wo und wann immer wir wollen.
Und der Fortschritt wird nicht plötzlich aufhören, denn Unternehmen arbeiten weiter an Produkten und Dienstleistungen für die Zukunft: KI-Assistenten, Pillen gegen Fettleibigkeit, billigere und sauberere Energie, effiziente digitale Zahldienste und gesündere Lebensmittel sind nur einige der Innovationen, die Wert für Kunden, Gesellschaft und – wenn sie klug entscheiden – Investoren schaffen können. Das gelingt jedoch nur, wenn sie die Zeitung zur Seite legen, sich auf das große Ganze konzentrieren und den ersten Schritt wagen.
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