Iran trotzt Trump

May 08, 2026

Die USA wollen einen Krieg beenden, der viel kostet und wenig bringt.

Das iranische Regime sitzt am längeren Hebel und wird ihn zu seinem Vorteil nutzen. Die Aktienmärkte jedenfalls demonstrieren Optimismus, und Anleger fragen sich, ob jetzt der richtige Moment für den Einstieg ist – oder genau der falsche. Die ganze Welt, nicht nur die Börse, ist unsicherer geworden, sagt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Fast 70 Tage nach Beginn der Operation „Epic Fury“ scheinen sich Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran abzuzeichnen, da Washington die Grenzen militärischen Drucks erkennt. Ein Abkommen könnte zwar die Störungen im Schiffsverkehr lindern, doch wie lange wird es Bestand haben?

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Ölpreise auf hohem Niveau bleiben und die Rohöl-Futures bis zum Ende dieses Jahres bei etwa 85 US-Dollar liegen werden, selbst wenn die Meerenge relativ bald wieder geöffnet wird. Die Inflation dürfte bei 4 % in den USA und bei 3 % in der Eurozone verharren, bedingt durch höhere Preise für Lebensmittel, Energie und eine Vielzahl anderer Güter, bei denen die Transport- und Vorleistungskosten gestiegen sind.

Vor diesem Hintergrund bleibt eine Zinserhöhung durch die EZB wahrscheinlich, und es ist anzunehmen, dass auch die Bank of England diesem Beispiel folgen wird, angesichts tiefgreifender inflationärer Übertragungseffekte und ungeachtet der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sehen wir für 2026 weiterhin keine Änderung der Fed-Politik. Der nächste Schritt bei den US-Zinsen dürfte allerdings eher eine Senkung als eine Anhebung sein, wenn die Inflation ab 2027 zu sinken beginnt. Folglich halten wir es für unwahrscheinlich, dass die Renditen 5-jähriger US-Staatsanleihen über 4 % hinaus weiter steigen werden, und wir haben bei Renditen auf diesem Niveau einen Inflations-Breakeven-Trade auf mittelfristige US-TIPS in eine reine Long-Position in inflationsgebundenen Anleihen umgeschichtet.

Auch in Europa kommt unsere Vorliebe für inflationsgebundene Anleihen in Form einer direkten Position in Realrenditen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten zum Ausdruck. Da einige Zentralbanken angesichts des nachlassenden Wirtschaftswachstums geneigt sein dürften, über erhöhte Verbraucherpreisindex-Werte hinwegzusehen, behalten wir diese Positionierung gerne bei.

Abgesehen von einigen makroökonomischen und politischen Faktoren haben sich Risikoanlagen in der vergangenen Woche weiter kräftig entwickelt, wobei die Aktienindizes in den USA und Asien neue Rekordhöhen erreichten. Die starke Gewinndynamik und ein scheinbar unstillbarer Appetit auf KI haben Privatanleger dazu veranlasst, eifrig auf den Zug aufzuspringen. Diejenigen, die sich über Bewertungen und erhöhte KGVs Sorgen gemacht haben, verfolgen die Entwicklung mit Wehmut.

Die FOMO-Stimmung (Fear of Missing Out) bringt zweifellos viele dazu, jetzt auf den Zug aufzuspringen, und eine bullische Stimmungswende könnte in naher Zukunft die Kursentwicklung beschleunigen, wenn Positionen und Hebel noch einmal erhöht werden.

Im Credit-Bereich lässt sich eine derart positive Stimmung jedoch nur schwer widerspiegeln. Ähnlich wie bei Aktien erscheinen die Bewertungen historisch überzogen, doch im Gegensatz zu Aktien gibt es hier keinen Anreiz durch einen „Right Tail“ in der Renditeverteilung, also keine überdurchschnittlichen Gewinne durch die Auswahl von Gewinneraktien.

Ausblick

So gut wie alle guten Nachrichten scheinen derzeit bereits eingepreist zu sein, was uns relativ vorsichtig stimmt. Allerdings werden Preise von Käufern und Verkäufern gemeinsam bestimmt. Die Preise können also weiter steigen, wenn das Pendel zwischen Angst und Gier weiterhin in eine konstruktive Richtung ausschlägt.

Bei aller Vorsicht sollte man sich deshalb vor Pessimismus hüten. Renditen und Spreads bei Staats- und Unternehmensanleihen werden weiterhin von Wirtschaftsdaten, politischen Maßnahmen, Änderungen der Bonität und Änderungen der Ausfallquote bestimmt. Sobald sich der geopolitische Lärm legt, werden Anleger wieder deutlich mehr auf die Daten schauen.

Die iranische Wirtschaft befindet sich zwar in einem desolaten Zustand, die vom Land gezeigte Widerstandsfähigkeit wird jedoch zunehmend als strategischer Vorteil an sich angesehen. Obwohl die USA und Israel alles gegen Teheran in die Waagschale werfen, bleibt das Regime intakt und möglicherweise entschlossener denn je.

Zudem ist es Teheran gelungen, sich als Großmacht im Nahen Osten zu profilieren, die in der Lage ist, die globale und regionale Wirtschaft zu destabilisieren. Vor diesem Hintergrund ist es sehr gut möglich, dass der Abschluss eines Interimsabkommens zur Wiederöffnung der Straße von Hormus noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Iraner wittern eine Kapitulation der USA und wollen ihre eigene Verhandlungsmacht so lange wie möglich ausnutzen.

In dieser Hinsicht mag es verlockend sein zu glauben, dass die Probleme in der Region nun verschwunden sind, doch es besteht ein Unterschied zwischen der Geschwindigkeit, mit der Trump tweeten kann, und der tatsächlichen Realität, die die Ereignisse vor Ort bestimmen wird. Daher würde es uns nicht überraschen, wenn die iranische Seite auf Reparationszahlungen drängt, dazu auf ein Ende der Sanktionen, auf eine fortgesetzte Kontrolle über den Transit in der Straße von Hormus und einige andere Punkte auf ihrer Wunschliste – noch bevor Gespräche über die Zukunft des iranischen Atomprogramms auch nur beginnen können.

Trotz aller Beteuerungen und Tweets handelt es sich um einen kostspieligen Konflikt, der die USA Freunde auf der ganzen Welt gekostet und schmerzlich wenig gebracht hat. In dieser Hinsicht dürfte das endgültige Abkommen kaum besser ausfallen als das, das bereits vor den Angriffen auf dem Tisch lag. Und die Welt ist ein unsicherer Ort als zuvor.

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