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Hier sein aktueller Marktkommentar:
Die US-Renditen stiegen nach der Zinssenkung des Federal Open Market Committee in dieser Woche, wobei Fed-Chef Powell die Chancen für eine Lockerung im Dezember herunterzuspielen versuchte. Angesichts des anhaltend robusten Wachstums und der für die kommenden Monate erwarteten höheren Inflation halten wir eine weitere geldpolitische Lockerung im Jahr 2026 für fraglich.
Bis Jahresende allerdings erwarten wir eine weitere Lockerung, bevor die Fed zurückhaltender wird. Arbeitsmarktsorgen waren das Hauptargument dafür, und die Ankündigung von Amazon,14.000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen, werden von manchen Beobachtern als Hinweis auf einschneidende Veränderungen des gesamten Arbeitsmarktes gedeutet. Wir glauben jedoch, dass sich die KI-Revolution in der Gesamtwirtschaft über einen viel längeren Zeitraum vollziehen wird. Die Arbeitslosenquote dürfte wegen der zurückgedrängten Zuwanderung dennoch eher stabil bleiben.
Unternehmen wetteifern, einen Vorsprung im Bereich KI zu erzielen, und der aktuelle Investitionseifer bedeutet makroökonomischen Rückenwind für die gesamte US-Wirtschaft. Letztendlich wird es vielleicht nur eine kleine Handvoll Gewinner geben, und niemand möchte zurückzubleiben. Zusammen mit der Aussicht auf sinkende Zinsen, niedrigere Steuern und Deregulierung könnte die makroökonomische Entwicklung vorerst die optimistische Stimmung an den Märkten stützen.
Unterdessen wartet der Markt in Großbritannien auf den bevorstehenden Staatshaushalt. Das Office for Budget Responsibility dürfte die Produktivitätsschätzungen senken, und Labour redet über immer stärkere Steuererhöhungen. Das könnte den Weg für niedrigere Zinsen ebnen, zumal die Inflationszahlen für den Einzelhandel diese Woche ebenfalls niedrig ausfielen.
Die Aussichten für die britische Wirtschaft erscheinen allerdings nicht rosig. Wir denken weiterhin, dass die Regierung die falschen politischen Entscheidungen trifft. Tatsächlich besteht ein reales Risiko, dass höhere Steuern nicht die gewünschten Einnahmen bringen, wenn sich das Wachstum umkehrt. Unter diesem Aspekt werden die politischen Aussichten für Labour und Starmer immer düsterer.
Gleichzeitig haben die sich verlangsamende Wachstumsdynamik in Großbritannien und die Aussichten auf weitere Zinssenkungen durch die Bank of England das Pfund in der vergangenen Woche an den Devisenmärkten belastet. Auch der Yen stand unter Druck, nachdem die Bank of Japan bei ihrer geldpolitischen Sitzung in dieser Woche die Zinsen bei 0,5 % belassen hatte, und erreichte gegenüber dem Euro ein neues Allzeittief.
Spekulationen über den nächsten Fed-Vorsitzenden schießen weiter ins Kraut. Diese Woche wurde das Feld theoretisch auf fünf Kandidaten reduziert, von denen die drei Spitzenreiter Kevin Warsh, Kevin Hassett und Chris Waller übriggeblieben sind.
Wir halten jedoch weiterhin Scott Bessent für den wahrscheinlichsten Kandidaten, da ein Großteil seiner Arbeit im Finanzministerium bereits erledigt sein wird, wenn die derzeitige Regierung Ende nächsten Jahres in die Lame-Duck-Phase eintritt. So oder so gehen wir nicht davon aus, dass ein neuer Vorsitzender blindlings Trumps Willen ausführen wird. Trump möchte zwar niedrigere Zinsen, aber er darf auf keinen Fall zulassen, dass die Inflation zu stark ansteigt.
Was die Finanzmärkte betrifft, so sorgt die zunehmende Schieflage des US-Aktienmarktes weiterhin für Kopfzerbrechen. Allein die Bewertung von Nvidia übersteigt mittlerweile deutlich das japanische BIP und macht 13 % des Nasdaq Composite aus. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 60 ist eine Marktkapitalisierung von fünf Billionen US-Dollar eine Riesensumme!
Fünf Billionen entsprechen ungefähr der Menge Meilen, die innerhalb eines Lichtjahres zurückgelegt werden können. Zwar ist der anhaltende Aufstieg des Unternehmens wirklich nicht von dieser Welt – doch wenn man Lichtgeschwindigkeit reist, so sagt uns die Physik, dann kann man nicht mehr schneller werden. Irgendwann könnten die Ängste steigen, ob der KI-Boom sich in Luft auflöst. Vorerst scheint das noch nicht der Fall zu sein. Zumindest hoffen das die Optimisten.
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