Politisch in Bedrängnis?

Nov 14, 2025

In den USA wächst der Druck auf Donald Trump. So unterschiedliche Themen wie die Epstein-Akten und die Inflation sorgen für zunehmende Unzufriedenheit mit dem Präsidenten. Ob er seinen politischen Zenit inzwischen überschritten hat? Für den britischen Premier Keir Starmer scheint das angesichts der desolaten Konjunktur- und Haushaltslage schon der Fall zu sein, meint Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Die Renditen von Anleihen aus den USA und der Eurozone bewegten sich in der vergangenen Woche kaum, da entscheidende Auslöser fehlten, die die Kurse hätten beeinflussen können. Immerhin hat Washington nun den Shutdown beendet. Trotzdem könnte es sein, dass wir noch länger auf die Wirtschaftsdaten für den Oktober warten müssen, die normalerweise im laufenden Monat veröffentlicht worden wären.

Donald Trump sieht sich unterdessen in die Defensive gedrängt, denn seine Zustimmungsraten in der zweiten Amtszeit sind auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Durchgesickerte Informationen zu den Epstein-Akten haben für neuen Aufruhr gesorgt, so dass der Druck steigt, alle Unterlagen offenzulegen. Der Verdacht, dass die Regierung hier etwas zu verbergen hat, hält sich hartnäckig.

Trumps Versuche, einen Plan für 50-jährige Hypotheken zu unterstützen, um die Kosten für Immobilienkredite durch eine länger laufende Tilgungszeit zu senken, wurden vom Markt ziemlich gemischt aufgenommen. Tatsächlich sind offenbar zu viele Menschen nicht in der Lage, trotz steigender Einkommen in größere Wohnungen oder Häuser umzuziehen, da sie dafür ihre bestehenden Kredite aufgeben müssten – und diese wurden häufig in einer Zeit aufgenommen (oder refinanziert), als die langfristigen Kreditzinsen bei nur 2% lagen.

Für dieses Problem dürfte es jedoch keine schnelle Lösung geben. Es fehlt ein Plan, wie Hypotheken übertragen werden können, ohne dass die Zinsen noch deutlich weiter sinken. Unterdessen werden die höheren Warenpreise zunehmend den Zöllen angelastet. Da die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass die Inflation in den kommenden sechs Monaten weiter steigen wird, dürfte die Kritik an Trump weiter zunehmen, der versprach, dass der Alltag für Menschen erschwinglich werden würde.

Offen bleibt, ob der US-Präsident akzeptiert, dass die Inflation ein Problem darstellt und er daher seinen Zinssenkungsdruck auf die Notenbank reduziert. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik würde in einer Volkswirtschaft, die sich relativ gut entwickelt, nämlich nur zu einem weiteren Anstieg der Preise führen.

Ein stärkerer Abschwung auf dem US-Arbeitsmarkt mit steigender Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten könnte die Fed natürlich zum Handeln zwingen. Aus unserer Sicht müssen schwächere monatliche Beschäftigungszahlen jedoch nicht unbedingt zu einem deutlich höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit führen, wenn die Daten zum Bevölkerungswachstum aufgrund der Umkehrung der Migrationsströme bereinigt werden.

Unserer Ansicht nach besteht eine 50:50-Chance für eine weitere Zinssenkung bei der Fed-Sitzung im Dezember, da aufgrund des Shutdowns kurzfristig mit einigen schwachen Daten zu rechnen ist. Wir bezweifeln jedoch, dass die US-Notenbank in der Lage sein wird, die Zinsen 2026 weiter zu senken.

Wenn das reale BIP-Wachstum in den USA nächstes Jahr bis auf 3,5 % steigen würde – angetrieben durch hohe KI-Investitionen und eine Inflationsrate von 3,5 % – dann würde das nominale BIP 2026 um bis zu 7 % wachsen. Dies dürfte sich insgesamt positiv auf die Unternehmensgewinne und risikoreiche Anlagen auswirken – aber niedrigere Leitzinsen wären in einem solchen Fall weder notwendig noch wünschenswert.

Vor diesem Hintergrund könnten die Renditen von Staatsanleihen weiterhin in einer engen Bandbreite schwanken. Die derzeitigen Zins- und Renditeniveaus wirken daher sehr „normal”.

Damit Investments in Private Markets nach Abzug der Gebühren attraktive Renditen erzielen können, sind Werttreiber wie die Bewertungsausweitung (Multiple Expansion) oder ein Zugang zu günstiger Finanzierung wichtig. Ohne diese Voraussetzungen erscheint es eher als Alchemie, die diese Manager vorgeben zu beherrschen.

Dies kann jedoch niemanden wirklich überraschen. Denn bei hoch verschuldeten Unternehmen mit anhaltend hohen Kreditkosten ist schnell der gesamte freie Cashflow für den Schuldendienst aufgezehrt. Gleichzeitig muss nicht viel passieren, damit diese Kredite in Schieflage geraten.

Infolgedessen könnte es im kommenden Jahr zu einem Auseinandertriften der Wertentwicklung an den Public und den Private Markets kommen, was den jüngsten “Hype” rund um Private Markets in Frage stellen könnte.

Die europäischen Börsen blicken wieder auf eine ruhige Woche zurück. In Großbritannien trugen jedoch schwächere Beschäftigungs- und Wachstumsdaten zu wachsenden Konjunkturängsten bei, die das Pfund belasteten. Die britische Finanzministerin Rachel Reeves wird den Haushaltsplan in weniger als zwei Wochen präsentieren. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Regierung die britische Wirtschaft im nächsten Jahr bewusst in eine Rezession treiben will – nur um die Statistiker des Office of Health and Social Care zufrieden zu stellen und weil die Labour-Partei ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen würde, wenn sie künftige Erhöhungen der Sozialausgaben begrenzen würde.

Ausblick

In vielerlei Hinsicht denken wir, dass das makroökonomische Umfeld vorerst relativ stabil bleiben und risikoreiche Anlagen unterstützen kann. Es ist aber schwer zu sagen, wie lange diese Ruhe noch anhalten wird. Denn unvorhergesehene Schocks lauern immer um die nächste Ecke.

Wer weiß, ob die Epstein-Akten ein weiteres prominentes Opfer fordern werden (oder ob der ehemalige Prinz Andrew in Versuchung geraten wird, sich mit einem Buch etwas Geld zu verdienen, um seine Version der Wahrheit zu veröffentlichen). Es könnte also sein, dass wir den Höhepunkt in Donald Trumps politischer Karriere bereits überschritten haben. Was den britischen Premier Starmer anbelangt: Er war sicherlich in der Wahlnacht letztes Jahr auf seinem politischen Zenit. Seitdem befindet er sich im unaufhaltsamen Fall.

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