Suche nach dem Exit

Mar 20, 2026

Die Märkte schauen gebannt auf den Irankrieg, verhalten sich bislang aber relativ ruhig.

Mancherorts scheint man der Meinung zu sein, man könne den Konflikt aussitzen, doch dagegen spricht, dass die USA kein Mittel in der Hand haben, um den Krieg einseitig zu beenden. Am Ende könnte der Iran am längeren Hebel sitzen. Wenn diese Erkenntnis sich durchsetzt, könnten die Märkte deutlich stärker reagieren als bislang, analysiert Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Die Eskalation im Irankrieg führte diese Woche zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise. Der Grund waren Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur. Risikoanlagen reagierten verhalten. Die Märkte würden den Konflikt wohl gerne ignorieren und aussitzen. Die Hoffnung auf ein schnelles Ende könnte sich aber als trügerisch erweisen.

Der Iran kann die Straße von Hormus relativ kostengünstig und technisch simpel geschlossen halten. Seinen Drohnen, Minen und kleinen Angriffsbooten ist entlang der ausgedehnten Küstenlinie ohne Bodentruppen nur wenig entgegenzuhalten.

Entscheidet also nicht das Weiße Haus, sondern das iranische Regime, wann der Konflikt endet? Die US-Marine hält aktuell sicheren Abstand, und Trumps Aufrufe an die „Verbündeten“ liefen ins Leere.

Wichtigstes Ziel aus iranischer Sicht dürfte die Aufhebung der Sanktionen sein. Darüber hinaus scheint es einen klaren Wunsch zu geben, die Präsenz und den Einfluss der USA aus dem Golf und der gesamten arabischen Welt zu tilgen. Auch wenn dies unrealistisch erscheinen mag, ist der Preis sehr hoch, den viele dieser Länder derzeit für den Krieg der USA und Israels zahlen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die öffentliche Meinung in der Region in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Das Vorgehen der USA dürfte ihre bilateralen Beziehungen in der Region kaum verbessert haben.

Dennoch bleiben die wirtschaftlichen Aussichten in den USA weiterhin recht positiv. Die Versorgungssicherheit durch die heimische Produktion von Energie und Nahrungsmitteln vermittelt das Gefühl, die Ereignisse im Nahen Osten seien weit entfernt.

Allerdings werden steigende Preise den Spielraum der Fed für baldige Zinssenkungen einschränken. Genau das dürfte auch ein Punkt sein, der Trump und den Republikanern bei den Zwischenwahlen im Herbst schaden wird. Die Notenbank-Sitzung diese Woche war wenig spannend – abgesehen von der Ankündigung Jerome Powells, im Amt bleiben zu wollen, bis die Ermittlungen des Justizministeriums gegen die Fed abgeschlossen sind.

Die geldpolitische Marschrichtung der Fed wird nun von den steigenden Gefahren für die Wirtschaft bestimmt. Derzeit halten wir es jedoch für undenkbar, dass die Fed 2026 eine Zinserhöhung in Erwägung ziehen wird. Insbesondere am Arbeitsmarkt sind Anzeichen einer Abschwächung sichtbar. Arbeitskräfte werden zunehmend durch KI ersetzt.

Da die kurzlaufenden US-Treasuries über den Leitzinsen gehandelt werden, bleiben wir am kurzen Ende der US-Zinskurve relativ optimistisch. Bei den längeren Laufzeiten sind wir allerdings aufgrund der gestiegenen Inflationsgefahr und auch der fiskalischen Risiken vorsichtiger.

Wie erwartet, gibt sich die EZB angesichts der höheren Inflationsgefahr zurückhaltender. In der Eurozone sind die Renditen gestiegen, und an den Terminmärkten werden für 2026 nun zwei Zinserhöhungen eingepreist.

Am Private-Credit-Markt wiederum sehnen sich die Investoren nach einer Entlastung in Form niedrigerer Zinsen. Da dies in näherer Zukunft unwahrscheinlich ist, könnte der zunehmende Stress in diesem Bereich auch die Anlageklasse der Unternehmenskredite und -anleihen insgesamt belasten.

Am Devisenmarkt wird der US-Dollar wieder als sicherer Hafen angesehen und profitiert von Zuflüssen in diese Richtung. Da die USA besser vor dem eskalierenden Energiepreisschock geschützt sind, dürfte sich dieser Trend kurzfristig fortsetzen.

Sobald sich allerdings der Konflikt im Nahen Osten beruhigt, wären wir nicht überrascht, wenn sich Anleger weltweit eher von US-Investments abwenden. Auf lange Sicht würde sich der Ausblick für den US-Dollar dadurch eintrüben.

Ein solcher Trend könnte sich letztlich positiv auf Schwellenländer-Investments auswirken – auch wenn Anleger gerade bei dieser Assetklasse dazu neigen, erst zu verkaufen und dann nachzudenken. Sobald sie ihre Risiken reduziert haben, dürften sie jedoch auch stärker zwischen Gewinnern und Verlierern in den unterschiedlichen Schwellenmärkten unterscheiden.

Bemerkenswert ist nämlich, dass einige energieexportierende Länder ebenso starke Kursrückgänge verzeichneten wie Länder, die von Energieimporten abhängig sind. Diese Streuung dürfte zu Einstiegschancen auf Relative-Value-Basis führen.

Ausblick

Kurzfristig dürften die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin den Ausblick für die Finanzmärkte dominieren. Doch auch dieser Konflikt wird irgendwann zu einem Ende kommen und damit einen Wendepunkt an den Märkten markieren.

Bei gesenkten Risiken besteht nun die Herausforderung darin, den richtigen Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg zu erwischen. Manche Anleger konzentrieren sich vielleicht etwas zu sehr darauf, den Wendepunkt genau zu timen. Abgesehen von den Zinsmärkten kam es bislang nicht zu großen Abverkäufen. Sollte dies noch geschehen, so ergeben sich umso mehr Möglichkeiten, schnell und entschlossen wieder in den Markt einzusteigen.

Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken. Jedem Anleger sollte bewusst sein, dass in einem Markt, in dem es üblich ist, bei Kursrückgängen zu kaufen, das Risiko einer noch viel stärkeren Korrektur hoch ist. Eine solche Situation könnte eintreten, wenn dieser Ansatz in Frage gestellt wird und Stop-Loss-Aufträge in deutlich größerem Umfang ausgelöst werden als bisher.

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