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Hier sein aktueller Marktkommentar:
„Die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps Zollpolitik verunsichern die Marktteilnehmer. Wir sind eher der Meinung, dass der Einfluss der Zölle auf die Inflation genauso groß oder sogar größer sein wird als die Konsequenzen für die Konjunktur. Angesichts eines wahrscheinlichen Anstiegs des Verbraucherpreisindexes dürfte es für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) schwierig werden, die Zinsen in den kommenden Monaten zu senken.
Derweil hat der aller Voraussicht nach künftige deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner fiskalischen Kehrtwende die Weichen für eine deutliche Erhöhung der Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben gestellt – ein Schritt, der aus unserer Sicht beispielshaft für die gesamte Europäische Union (EU) sein wird. Er möchte Rüstungsausgaben von mehr als 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von den Regeln der deutschen Schuldenbremse ausnehmen und erklärte, er sei in der Lage, ‚alles zu tun, was nötig ist‘, um die Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten.
Die deutschen Gesamtausgaben für Verteidigung und Infrastruktur könnten sich in den kommenden zehn Jahren auf nahezu 1 Billion Euro belaufen. Damit würden die Verteidigungsausgaben der Bundesrepublik im Verhältnis zum BIP auf das gleiche Niveau wie in den USA steigen. Wenn sich diese Maßnahmen auf die gesamte EU ausweiten, dürfte das BIP unseren Schätzungen zufolge um 0,7 Prozentpunkte pro Jahr steigen. Dadurch würde das Wachstum von rund 0,8 Prozent im vergangenen Jahr auf etwa 1,5 Prozent klettern. Ebenso ist zu erwarten, dass sich die Inflation in der Eurozone bei etwa 2,5 Prozent einpendeln wird und damit leicht über dem Ziel der EZB liegt.
Vor diesem Hintergrund könnte die in dieser Woche vorgenommene Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,75 Prozent auf 2,50 Prozent unserer Ansicht nach die letzte in diesem Zyklus sein.
Den Ausblick für den Euro hatten wir zuvor relativ negativ eingeschätzt. Die Argumente für eine rückläufige Entwicklung der Gemeinschaftswährung sind jedoch nicht mehr stichhaltig.
Wir sind zwar nach wie vor besorgt über die möglichen Auswirkungen von Zöllen in Europa, wenn man die Exportabhängigkeit der Wirtschaft bedenkt. Die Verringerung des Wachstums- und Zinsgefälles zwischen der EU und den USA spricht jedoch für einen positiveren Ausblick für den Euro. Außerdem könnte die weltweit wachsende Geringeschätzung der USA zu Umschichtungen bei der Vermögensallokation weg von US-Dollar-Anlagen führen. So war es bemerkenswert, dass der norwegische Staatsfonds in dieser Woche davon sprach, seine US-Investments zu verkaufen, um die Entwicklung der europäischen Verteidigungsindustrie zu unterstützen.
Die weitere Vergemeinschaftung von Schulden in der Eurozone bedeutet auch eine gewisse zusätzliche Integration innerhalb der Staatengemeinschaft. Dies könnte sich unter dem Strich positiv auf die Spreads auswirken. Bei Bundesanleihen sind wir der Meinung, dass, wenn sich die Geldmarktsätze in der Eurozone bei 2,5 Prozent einpendeln, Renditen in Höhe von 3 Prozent längerfristig einen fairen Wert darstellen könnten.
Im Laufe des heutigen Tages werden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Nächste Woche folgt der Verbraucherpreisindex. Wir sind der Meinung, dass die harten Wirtschaftsdaten relativ robust bleiben dürften. Die Marktteilnehmer werden jedoch auf Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums achten – und dies könnte eine Herausforderung für Risikoanlagen darstellen.“
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