Die Weltwirtschaft kann nur verlieren

Mar 13, 2026

Die Geschichte lehrt, dass es viel einfacher ist, einen Krieg zu beginnen, als ihn zu beenden.

Es sieht ganz so aus, als ob sich diese Erkenntnis auch im aktuellen Iran-Krieg bewahrheitet – trotz der Beteuerungen Donald Trumps, der Konflikt werde bald vorbei sein. Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr, das für die Weltwirtschaft nun von existentieller Bedeutung ist. Wird der Iran möglichst viel verbrannte Erde hinterlassen und wirtschaftlichen Schaden anrichten, bevor das Regime aufgibt? Das ist kein unwahrscheinliches Szenario, meint Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.

Hier sein aktueller Marktkommentar:

Weltweit drehte sich an den Finanzmärkten auch in der vergangenen Woche alles um den Nahen Osten. Öl verteuerte sich am Montag auf fast 120 US-Dollar pro Barrel, bevor der Preis vorübergehend wieder unter 90 US-Dollar fiel, als man nach Äußerungen von US-Präsident Trump hoffte, dass der Konflikt bald beendet sein würde.

Es ist allerdings keineswegs sicher, dass der Iran zu sofortigen Gesprächen und einer Einstellung der Kampfhandlungen bereit wäre, selbst wenn die USA erklären, ihre Ziele erreicht zu haben.

Der Krieg gegen den Iran ist für die Revolutionsgarden und andere Teile des Regimes von existenzieller Bedeutung, so dass aus deren Perspektive eine Kapitulation nicht in Frage kommt. Es ist möglich, dass der Iran erst dann aufgibt, nachdem er der Weltwirtschaft noch viel größeren Schaden zugefügt hat, in der Hoffnung, dass dies zu einer regionalen Neuordnung führt und die Präsenz der USA am Golf beendet.

Aus Sicht der iranischen Regierung scheint dies das einzige Druckmittel zu sein, um ihr Überleben zu sichern. In diesem Fall bleibt den USA und ihren Verbündeten kein einfacher Ausweg aus dem Konflikt – außer zu Ende zu bringen, was sie mit militärischen Mitteln in Gang gesetzt haben.

Abgesehen von den signifikanten geopolitischen Auswirkungen dieses Krieges zählt für die Weltwirtschaft – beziehungsweise für die Finanzmärkte – vor allem die Engstelle in der Straße von Hormus. Anders ausgedrückt: Wenn das Öl weiter fließt, dürfte die zu erwartende wirtschaftliche Störung nur von kurzer Dauer sein.

Je länger dieser Transit jedoch blockiert ist, desto mehr Ölfelder müssen geschlossen werden, da die Lagerkapazitäten erschöpft sind. Eine weltweite Verknappung von Rohöl und damit verbundenen Produkten könnte zu einem weiteren Preisanstieg führen. Sobald die Reserven aufgebraucht sind, kann die Internationale Energieagentur (IEA) nur noch wenig ausrichten – zumindest kurzfristig.

Die Straße von Hormus selbst ist schmal. Obwohl militärische Eskorten und Sicherheitsgarantien bereitgestellt werden können, sind die sich langsam bewegenden Großtanker tatsächlich ein leichtes Ziel für Angriffe mit billigen Drohnen und kleinen Booten. Diese low-tech Kriegsführung kann mit minimalen Kosten maximalen Schaden verursachen.

Bislang scheinen die US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte zwar Fortschritte bei der Ausschaltung ballistischer Raketenwerfer erzielt zu haben, doch erweist es sich als viel schwieriger, die Bedrohung durch Drohnen einzudämmen, da diese billig und leicht einzusetzen sind.

Daher scheint die Annahme gerechtfertigt, dass der Transitverkehr erheblich beeinträchtigt sein wird, solange der Iran über Ressourcen verfügt oder bis die Revolutionsgarden zu Verhandlungen zur Deeskalation bereit sind. Natürlich könnte ein solcher Durchbruch relativ schnell erfolgen.

Wir schätzen jedoch, dass die Angriffe wahrscheinlich noch mindestens ein bis zwei Monate andauern werden und dass in diesem Zeitraum der Ölpreis hoch bleiben oder weiter steigen wird.

Wir sollten übrigens nicht vergessen, dass durch die Straße von Hormus nicht nur 20 Millionen Barrel Rohöl pro Tag transportiert werden, was 20 % des weltweiten Verbrauchs entspricht, sondern auch 20 % der weltweiten LNG-Exporte, 25 % der weltweiten Düngemittelexporte und 35 % der Harnstoffexporte.

Eine Schließung der Straße von Hormus, selbst wenn sie nur vorübergehend wäre, würde deshalb einen globalen stagflationären Schock auslösen – das heißt, das Wirtschaftswachstum würde sinken und die Inflation gleichzeitig steigen. Ein Beispiel: Wenn Düngemittellieferungen ausbleiben, würde die Ernte später im Jahr wahrscheinlich beeinträchtigt. Das wiederum würde die Lebensmittelpreise steigen lassen. In Bezug auf die Inflation kommt es vor allem darauf an, wie lange der Handel beeinträchtigt sein wird und inwieweit es möglich ist, Waren über andere Transitpunkte umzuleiten. Wir gehen jedenfalls davon aus, dass die Inflation vorübergehend um etwa 1 % steigen könnte, während die Wachstumsprognosen gleichzeitig um etwa 0,5 % nach unten korrigiert werden müssten.

Wie werden sich die Zentralbanken verhalten? Wir halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh angesichts dieser makroökonomischen Entwicklungen von einer Zinserhöhung überzeugt sein wird. Wir halten Zinssenkungen im Verlauf dieses Jahres weiterhin für möglich, sofern sich der Konflikt in den nächsten Monaten klärt und die Ölpreise fallen. Dann könnten die politischen Entscheidungsträger die höhere Inflation in den kurzfristigen Daten ignorieren.

Für die EZB könnte sich ein ganz anderes Szenario abzeichnen. Sie dürfte eher sensibel auf einen kurzfristigen Anstieg der Inflation reagieren. Den europäischen Währungshütern ist bewusst, dass 2022 ihr größter Fehler darin bestand, zu lange mit Zinserhöhungen zu warten. Daher herrscht die Auffassung vor, dass eine frühzeitige Anhebung der Zinsen den Umfang der später erforderlichen geldpolitischen Straffung verringern und anschließend eine schnellere Senkung der Zinsen ermöglichen würde.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Stagflation werden die Regierungen weltweit ihre Fiskalpolitik wahrscheinlich lockern, um die finanziellen Belastungen ihrer Wähler durch steigende Energiepreise abzumildern.

Für die US-Regierung wird sich in den kommenden Wochen herausstellen, ob Trumps Angriff auf den Iran nach hinten losgeht. Trotz der Versuche des Präsidenten, die Märkte zu beruhigen und den Eindruck zu vermitteln, dass alles nach Plan verlaufe, werden sich viele fragen, ob es überhaupt jemals einen Plan gab. Die Geschichte hat uns immer wieder gelehrt, dass es viel einfacher ist, einen Krieg zu beginnen, als ihn zu beenden....

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