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Hier sein aktueller Marktkommentar:
Die Renditen von US-Staatsanleihen bewegten sich kaum in der vergangenen Woche und die Märkte dümpelten etwas lustlos vor sich hin. Die Zoll-Frist am 9. Juli verstrich, und die US-Regierung kündigte eine neue "endgültige" Frist zum 1. August an, die nach Aussage Trumps auf keinen Fall verlängert wird. Die Anleger scheinen die Übertreibungen aus dem Weißen Haus einstweilen aber zu durchschauen.
Die neuesten US-Arbeitsmarktzahlen deuten auf eine robuste US-Wirtschaft hin. Und auch die Verabschiedung der „Big Beautiful Bill“ wird als wachstumsfördernd bis ins Jahr 2026 angesehen. Im Laufe des Sommers ist jedoch mit etwas schwächeren Daten zu rechnen.
Die Inflation dürfte steigen, denn die Preiserhöhungen infolge der Zölle werden an den Verbraucher durchgereicht werden. Bislang scheint das aber noch nicht der Fall zu sein, so dass der Bericht zum Verbraucherpreisindex nächste Woche günstig ausfallen könnte. Dementsprechend erwarten wir in den nächsten Wochen noch lautere Rufe der Trump-Regierung nach einer Zinssenkung.
Das könnte die Renditen von US-Anleihen mit kürzeren Laufzeiten unterstützen. Auch die Aussicht auf einen neuen Fed-Vorsitzenden von Trumps Gnaden, der wie gefordert die Zinsen senkt, könnte sich positiv auf 2-jährige Laufzeiten auswirken – und gleichzeitig am Markt für Anleihen mit längeren Laufzeiten zu Verunsicherung führen. Das Emissionsvolumen von Anleihen mit kürzeren Laufzeiten dürfte zusammen mit der Verschuldung steigen, denn das US-Finanzministerium setzt auf eine "Bill and Chill"-Emissionspolitik.
In der Eurozone sind die Renditen von Bundesanleihen mit der Anhebung der Wachstumsprognosen gestiegen. Die Märkte sind immer noch damit beschäftigt, das Ausmaß der geplanten fiskalischen Lockerung in der EU einzupreisen. Diese politische Initiative mindert nicht nur die Notwendigkeit einer geldpolitischen Lockerung, sondern wird auch das Angebot in den nächsten Jahren wesentlich erhöhen.
Vor diesem Hintergrund sprechen wir für eine steilere Zinskurve am langen Ende in der EU, die mit den von uns erwarteten Bewegungen in den USA übereinstimmt, selbst wenn die deutsche Haushaltslage weiterhin deutlich gesünder ist als in den USA.
Am Devisenmarkt bewegte sich der Dollar in einer relativen Schwankungsbreite. Der brasilianische Real litt unter den angedrohten US-Zöllen von 50 Prozent. Darüber hinaus haben die USA zusätzliche Zölle für die BRICS-Länder angedroht, falls deren Politik aus Sicht der Trump-Regierung als feindlich eingestuft wird.
Die zweite Monatshälfte könnte relativ ruhig verlaufen, sobald der US-Verbraucherpreisindex veröffentlicht ist. Mit der Verabschiedung des US-Haushalts hinter uns und nur noch der Fed-Sitzung am 30. Juli sowie der US-Zollfrist am 1. August vor uns könnte die Marktlage eine Weile lang anhalten – wenn nicht doch noch etwas dazwischenkommt.
Uns fällt auf, dass nur wenige der globalen Investoren, mit denen wir derzeit im Gespräch sind, eine starke Meinung vertreten. Die zwei bestimmenden Themen sind die steilere Zinskurve und der schwächere Dollar.
Falls es zu einem Gegentrend kommen sollte, halten wir eine kurzfristige Dollaraufwertung für wahrscheinlicher als eine flachere Zinskurve. Die Zinskurve wäre anfälliger, wenn sowohl das Wachstum als auch die Inflation deutlich steigen würden, obwohl wir dies auf kurze Sicht für eher unwahrscheinlich halten. Deshalb sehen wir in Curve-Trades die besten Chancen im derzeitigen makro-ökonomischen Umfeld mit Blick auf Risiko und Ertrag.
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